Ich würde lieber etwas anderes verkaufen

Und was erwarten Sie sich davon? Darauf müssen Sie eine sehr gute Antwort haben. Denn das wissen Sie: sobald dieser Gedanke Ihr täglicher Begleiter wird, schwächen Sie massiv Motivation und Konzentration in Ihrem aktuellen Job. Keine guten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Verkäuferdasein.

Viele Menschen glauben, daß jeweils die Wiese auf der anderen Seite des Zauns saftiger ist. Eines Tages klettern sie über den Zaun, sind begeistert, nur um bald darauf zu bemerken, daß da noch ein Zaun und dahinter noch eine Wiese ist, die noch saftiger aussieht. Diese Zaunkletterer verbrauchen viel Kraft, zerreissen sich die Hosen und werden nirgends hemisch.

Zaunkletterer sind Verlierer. Sie können keinen Kundenstock aufbauen weil sie sich nicht dauerhaft einsetzen. Die eigenen Produkte und Dienstleistungen werden nicht ordentlich gelernt, weil der Blick schon wieder in die Ferne schweift. Extremkletterer erzählen sogar beim Kunden, daß sie eigentlich etwas ganz anderes vorhaben, ganz andere, tolle Pläne verfolgen.

Wer hier nicht rechtzeitg die Kurve kriegt, wird entweder ein ganzes Berufsleben hinter seinen Möglilchkeiten bleiben oder irgendwann zu der Erkenntnis kommten, daß „der Verkauf nichts für mich ist“. Und das ist schade, denn diese Lebenszeit ist unwiederbringlich verloren.

Zumeist steckt hinter dem Wechselbedürfnis Unzufriedenheit: Dauerhaft geringer Erfolg, einzelne Kollegen, mit denen man sich vielleicht nicht sonderlich gut verträgt, ungenaue oder unrealistische Zielvorgaben, andere Produkte und Dienstleistungen die verlockender erscheinen (warum genau?).

Erfolgreiche Verkäufer sind Gestalter, nicht Mitläufer. Haben Sie alles getan um Ihre Situation im aktuellen Job zu verbessern?

Kein Kutscher gibt die Zügel aus der Hand, weil sonst die Pferde machen, was sie wollen. Im besten Fall bleiben sie stehen. Im schlechtesten Fall kracht die Kutsche mitsamt den Insassen in den Graben. Was also kann man machen, um zu verhindern das Business und Leben nicht neben der Straße landen? Was können wir tun, damit der Gedanke – Ich würde lieber etwas anderes verkaufen – gar nicht erst das Licht dieser Welt erblickt.

Wir gehen am besten ganz an den Anfang: Es zwingt uns niemand Produkt TOP oder Dienstleistung MEGA zu verkaufen. Daher haben wir uns damals aus freien Stücken dazu entschlossen. Wissen wir noch warum? Haben wir uns damals ausreichend mit der Branche, dem Markt, dem Unternehmen, den Produkten beschäftigt? Haben wir uns vielleicht zu sehr mit den angebotenen guten Konditionen angefreundet und darüber die Visualsierung unserer zukünftigen Tätigkeit vernachlässigt? (Achtung: wie oft speist ein Außendienst-Profi in der Kantine? Um wieviel mehr verkaufen Sie, wenn Sie mit dem neuen silberfarbenen Dienst-AudiA4 unter dem Hintern die Straßen Ihres Gebietes befahren?). Ist uns bewußt gewesen, daß Reisebereitschaft im gesamten Bundesgebiet alle neuen Bundesländer einschließt (im Sommer und im Winter?).

Und die Frage aller Fragen: wollen wir überhaupt Verkäufer sein? Ist uns bewußt, welche Herausforderungen wir bei dieser Tätigkeit täglich bewältigen müssen? Denn wenn wir Verkäufer eine Vereinbarung eingehen, übenehmen wir Veranwortung. Es gibt dann Menschen, die warten auf unsere Ergebnisse, die verlassen sich auf uns!!! Sind wir bereit, alles zu tun, um dieser Erwartungshaltung gerecht zu werden?

Es nützt also nichts sich in die Tasche zu lügen, sich von rosaroten Versprechungen einlullen zu lassen, sich diffusen Zukunftsvisionen hinzugeben. Schon bevor wir den Job antreten, müssen wir wie Profis agieren und uns ein glasklares Bild machen. Das kommt Ihnen bekannt vor? Genau, das ist doch das gleiche Vorgehen, wie wenn wir auf der Suche nach guten potentiellen Kunden sind.