Wie ehrlich sollen Verkäufer sein?

So ehrlich wie Sie Ihrem Vater, Ihrer Mutter, Ihrer Schwester, Ihrem Bruder, Ihrem besten Freund, Ihrer besten Freundin (hoffentlich) gegenüber sind: superehrlich. Wir alle kennen die Geschichten, mit denen sich manche Zeitgenossen im Verkauf brüsten: Den hab ich über den Tisch gezogen, der habe ich das und das erzählt und die hat es mir geglaubt, das können wir zwar so nicht liefern, aber das regle ich nachher schon, das andere Produkt hätte auch den Kundenwunsch erfüllt und wäre zwar sogar günstiger gewesen, aber das habe ich natürlich nicht gesagt, bin ja nicht blöd…

Es kommt schon vor, daß solche Typen kurzfristig mehr Erfolge aufzuweisen haben, als andere, die ehrlich zu Werke gehen. Aber wer längere Zeit im Verkauf tätig ist, weiß, was auf solche „Geschäfte“ folgt: die Rache des „über den Tisch gezogenen“ Kunden. Sie kommt in drei Geschmacksrichtungen: kurzfristig, mittelfristig, langfristig. Aber sie kommt. Die besagten Zeitgenossen sind dann vielleicht gar nicht mehr im Unternehmen beschäftigt, sind zu neuen Zielen aufgebrochen. Dann werden halt die Nachfolger abgestraft. In vielen Fällen wird der Ruf des gesamten Unternehmens beschädigt. Verärgerte Kunden entwickeln bekanntermaßen eine ungeheure Energie. Und die Welt ist viel kleiner, als man gemeinhin glauben möchte.